Mittwoch, 25. Mai 2016

Die 5 Lieblingsgerichte der Japanischen Küche von Ronja Sakata

Hui, jetzt fängts an zu duften und den Gaumen zu kitzeln! Ich erzähle dir von meinen 5 Lieblingsgerichten, die du in Japan unbedingt ausprobieren MUSST! Das Wort lecker kommt ab jetzt 234459mal vor. Gomenasai, Entschuldigung zum Voraus für das :-) Aber es ist einfach soo fein. Vielleicht solltest du jetzt zuerst etwas essen, damit du dich nicht quälst mit all den Leckereien, die ich dir jetzt vorsetze? Viele Gerichte kannst du zum Glück ganz einfach nachkochen. Michèle ist ja genau die Richtige, um dir dabei zu helfen. Und auch auf meinem Blog findest du immer mehr Rezepte.

Ich bin verliebt in Japan seit immer und seit ich 2001 für ein halbes Jahr dort gelebt und meinen Mann unter den blühenden Kirschbäumen kennengelernt habe, ist Japan zu meinem Beruf geworden. Meine ganze Japanliebesgeschichte liest du hier: http://www.ronjasakata.com/about-me/ Du kannst bei mir online easy Japanisch lernen, nach Japan spazieren :-) und deine Reise mit meinen Tipps und Tricks perfekt vorbereiten.

Aber jetzt geht’s ums Essen, und wie versprochen wird’s ab jetzt lecker!
Letzten Frühling (2015) bin ich zum ersten Mal nach Japan gereist, seit dem ich kein Fleisch mehr esse. Den Titel Vegetarierin hab ich nicht verdient, ich esse immer noch Fisch. Du magst Fleisch? Es gibt viele und sehr leckere Fleischgerichte in Japan. Ich werde dir die nicht vorenthalten, denn ich habe sie geliebt.

Praktisch ist, dass die Restaurants allermeistens auf ein Gericht spezialisiert sind. Wenn du zum Beispiel Okonomiyaki essen gehen möchtest, dann kannst du im Okonomiyaki-Restaurant dieses Gericht in allen Variationen zubereitet entdecken. Izakaya-Bars und die Vielfalt bei den Kaisekiryouris stechen da aus dieser Spezialisierung raus. Das Essen wird aber überall sehr abwechslungsreich zubereitet!
Allgemein wird in Japan nicht in verschiedene Gänge unterteilt (ausser beim Kaiseki-Ryouri) sondern es stehen ganz viele Teller und Schalen auf dem Tisch und jede/r probiert von jeder/jedem und schöpft sich auf seinen kleinen Miniteller. Das Prinzip von Tapas in Spanien funktioniert gleich. So kannst du viele verschiedene Leckereien ausprobieren.


Nr.1 Izakaya
Izakaya heisst die japanische Kneipe. Auf Schweizerdeutsch eine «Chnelle», wo du mit deinen Freunden trinkst, isst und die Zeit vergisst!
Die Gerichte werden in kleinen Portionen serviert, wie Tapas in Spanien. Du bestellst zu zweit zum Anfangen mal 5-10 verschiedene Teller und schmaust dich durchs ganze Angebot.  Je nach Hunger bestellst du danach weiter, oder gehst zum Dessert über. Du wirst dich auf wie im Schlaraffenland fühlen.Gerichte ohne Fleisch gibt es viele. Gerichte ohne Fisch sind eher rar. Sarada – Salat ist immer wunderschön serviert und hat sicher ein sehr leckeres Dressing. Hoffentlich gibt es im Lokal deiner Wahl einige Tofuvarianten oder Gemüse verschieden zubereitet. Zum Essen ist biiru – Bier DAS Getränk. Nihonshuu – Reiswein ist auch sehr beliebt oder dann Shochuu, der japanische Wodka. Wird Shochuu mit einem Fruchtgetränk gemixt heisst das Chuhai (ausgesprochen Tschüühai).

Nr2. Kaiseki Ryouri
Jetzt wird’s Elegant, aber so richtig! Kaiseki-Ryouri – Kaiseki-Gerichte sind filigran, sehen wunderschön aus und kitzeln deine Geschmacksnerven von A-Z durch. Das passende Geschirr zu jedem Gericht macht die Kunst aus. Hier essen die Augen immer mit!
Es ist alles dabei: Süss, sauer, knackig, gummig, würzig, knusprig, butterzart... ich hör auf mit der Liste, ok? Diese Gerichte werden dir im Ryokan, im traditionellen Hotel aufgetischt oder in Restaurants, welche Ryotei oder Kappo heissen. Ryotei-Restaurants sehen von aussen meistens aus, wie ein Wohnhaus und es ist schwierig da als TouristIn reinzukommen. Vielleicht ergibt sich ja eine Chance, oder du geniesst Kaiseki-Ryouri im Ryokan. Das ist dann ein Gesamterlebnis inklusive dem heissen Bad!
Vielleicht hat es auch mal etwas dabei, das du wirklich nicht essen kannst... das macht nichts. Meistens ist es soo viel Essen, dass du sowieso genug bekommst. Versprich mir aber bitte, dass du alles mindestens einmal ausprobierst!

Mein absolutes Lieblingsessen:
Nr. 3 Okonomiyaki
お好み焼き bedeutet frei übersetzt «Das, was ich gerne habe, gebraten». Es ist eine Art Fladen aus Kohl, Mehl, Eier, Gewürzen und Fleisch, Meeresfrüchten oder Gemüse auf dem Teppan gebacken. (Teppan heisst übrigens einfach Blech... total banal, gell!?) Darauf gibt’s eine braune würzige Sauce die Okonomi-Sauce und darauf Mayonnaise...jaaaa, Japaner lieben Mayo...und obendrauf eine Handvoll hauchdünn gehobelte Fischflocken! Darauf wird noch Aonori, ein Algenpulver gestreut und fertig ist das Okonomiyaki! 
Findest du das Ganze klingt ein bisschen merkwürdig? Das ist total ok. Du brauchst es einfach zu probieren und wirst dich sofort verlieben!
Die bis jetzt beschriebene Okonomiyaki- Variante ist «Osaka-Style». In Hiroshima wird zuunterst eine Crêpe gebacken, dann darunter den Kohl gebraten und am Schluss eine Portion Nudeln dazukom-biniert. Meine Schwiegermama Hiromi hat ein supergemütliches Okonomiyaki-Restaurant in Fukuyama.
Das Topping in Hiroshima ist das Gleiche, wie in Osaka. Jenachdem in welcher Region du bist, wirst du die eine oder ander Variante serviert bekommen. «Oishii» – fein/lecker sind sie sowieso, die Okonomiyakis, und ohne Fleisch schmecken sie genausogut! Hier kannst du das Restaurant meiner Schwiegermama anschauen und siehst, was es für Okonomiyaki alles braucht: https://www.youtube.com/watch?v=PLDGJKRFjl8



Nr. 4: Takoyaki
Uuundbedingt musst du mal an einem Takoyaki-Stand zuschauen, wie aus einer zusammenhängenden Teigmasse in einem Höllentempo nach und nach kleine perfekte Teigkugeln entstehen.  In jeder Kugel ist ein Stück Oktopus (Oktopus=Tako) eingepackt.
Du kannst deine Portionengrösse frei wählen und bekommst die Anzahl Takoyaki wieder mit der braunen Sauce, Mayo und Fischflocken darauf serviert.
Pass auf, das Innere der Kugeln ist soooo heiss. Sich den Mund verbrennen ist fast unumgehbar...
Die vegetarische Variante ist glaube ich noch nicht in Japan angelangt. Falls du irgendwo vegetarische Takoyaki findest, musst du mir das unbedingt erzählen! Vielleicht machen sie dir aber auch eine Portion ohne Tako? 
«Betschetarian desu. Chotto dake tako nashi no Takoyaki mo tsukureru?» Ich bin Vegetarierin. Könnten Sie mir ein bisschen Takoyaki ohne Tako machen? Hui, da bin ich gespannt, was die Reaktion ist. Meistens sind die Takoyaki-Stand-Leute sehr lustig und laut und ich kann mir gut vorstellen, dass du das hinkriegst!
Bei einem Matsuri, einem Volksfest, hat es immer Okonomiyaki- und Takoyaki-Stände... falls du irgendwo ein Matsuri entdeckst oder wenn du im Sommer in der Feuerwerkssaison in Japan bist, wirst du die Stimmung lieben, die an diesen lockeren Strassenparties herrscht.
Alle Mädels jung und alt sind in Yukatas, einer einfacheren Kimonoart gekleidet oder sogar im Kimono. Männer tragen leichte traditionelle Sommerkleidung und haben immer ein Frottiertuch um den Hals, um den Schweiss abzuputzen.
Takoyaki gibt es auch ohne Volksfest an jeder Strassenecke und Yakisoba bekommst du im Okonomiyaki-Restaurant.

Nr. 5 Sushi
Sushi ist sehr, sehr beliebt. Und ich liiiebe Sushi. Hab ich ein Glück, dass mein Mann ein Sushimaster ist. Es ist aber ein Gericht unter vielen, wie du inzwischen gemerkt hast. Je nach Familienvorliebe essen die JapanerInnen vielleicht ein- zweimal Sushi pro Monat. So wie Pizza oder Spaghetti bei uns. Das gibts schliesslich auch nicht jeden Tag.
Ein kurzes Sushi-Lexikon für dich, um bei uns anzugeben und in Japan den Überblick zu behalten:
  • Nigiri sind die viereckigen Sushi mit unten Reis und oben einem «Belag» darauf. In den guten Sushibars wird der Reisboden handgeformt, in den billigen Sushiketten macht diese Arbeit eine Maschine. (nigiru heisst zusammenballen)
  • Maki sind die Sushirollen. Maku=rollen, hosoi=dünn, futoi=dick. Hosomaki sind darum die dünnen Rollen, Futomaki die Dicken, Grossen.
  • Chirashisushi ist eine bei uns unbekannte Sushi-Art. Sie besteht aus einem mit Fisch und Meeresfrüchten gemischten Reis in einer Schüssel.
  • Temakisushi (te=hand, maki=rollen) sind kleine aus Norialgen geformte Tüten, welche mit Sushi-Zutaten gefüllt sind. Diese Sushiart wird auch gerne zu Hause mit der Familie gegessen. Da hats dann alle Zutaten auf den Tisch, um selber seine Sushi-Tüte zu füllen.
  • Sashimi ist Fisch ohne Reis. : ) Die Fischstücke tunkst du, wie die Sushis in Sojasauce mit Wasabi gemischt hinein, oder streichst jeweils ein Bisschen mit den Stäbchen auf dein Sushi, bevor du es in den Mund schiebst.

Was ich dir zu den kalten Sushis sehr empfehlen kann: Chawamushi (Tschawamushi) Das ist die japanische Variante eines Eistichs. Heiss, würzig und mit den feinsten Fisch und Gemüsestückchen drin. Unbedingt bestellen und probieren:
«Chawamushi onegaishimasu.» Und schon hast du die Leckerei auf dem Tisch! Hoffentlich findest du irgendwo eine Kaitenzushi-Bar, wo kilometerlange Fliessbänder (Kaiten=Fliessband) sich durch grosse Esshallen schlängeln und jeder Teller 100Yen kostet.
In einer traditionellen Sushibar gerade vor dem Sushimeister zu sitzen und die handgemachten Sushi’s zu geniessen ist natürlich auch ein riesiges Erlebnis. Hier sind die Preise pro Sushi nach oben offen!

Ich könnte noch ewig weiterschreiben! Wenn du meine totale Liste meiner Topessen haben möchtest, kannst du dich bei mir auf der Webseite für den Newsletter anmelden, dann bekommst du das Kapitel übers Essen aus meinem ebook Gratis zum downloaden.

Viel, viel Spass beim geniessen und natürlich auf deiner Japanreise oder beim Kochen mit Michèle.

Herzlich, Ronja